Aiguilles de Tre la Tete Oriental (O-Gipfel)

Der Beg hat vier Gipfel (deshalb die Mehrzahl). Wir waren dabei auf dem zweithöchsten, dem Ostgipfel.
Höhe:3930 m (Hauptgipfel)
Gebiet:Mont-Blanc-Gruppe
Erstbesteiger A. A. Reilly und E. Whymper mit M. Croz, M. Payot und H. Charlet am 12.7.1864
Route: SO-Grat
Karte: IGN-Serie TOP 25, Blatt 3531 ET "St-Gervais-les-Bains Massif du Mont Blanc"
Führer:DAV: H. Eberlein, "Mont-Blanc-Gruppe"

Allgemeines

Der Ostgipfel ist einer der 4 Gipfel der Aiguilles de Tre la Tete. Der höchste Punkt ist der S-Gipfel (Central-SE: 3930 m, mit Funkfeuer o.ä.) und sollte vom O-Gipfel ohne grössere Probleme erreichbar sein. Insgesamt war es ein abwechslungsreicher, nicht allzu schwerer Anstieg mit ein paar "Marscheinlagen" (unsere Einschätzung: PD+).

Ausgangspunkt

Das Bivacco du Petit Mont Blanc (3047 m). Vom Lac de Combal im oberen Val Veni folgt man dem gut markierten Weg (gelbe Punkte). Im oberen Teil muß man auch mal die Hände aus den Taschen nehmen, und auf den Schneefeldern kann schon mal der Pickel zum Einsatz kommen.
Vorsicht an den Rändern: Diese können vom Schmelzwasser gefährlich unterhöhlt sein! Am Bivacco gibt es nur Wasser aus den Schneefeldern - also kümmern, bevor diese nachts wieder einfrieren. Es gibt Decken. Man steige aber in der Saison, vor allem am Wochenende, rechtzeitig hoch, sonst muß man draussen schlafen: Der Petit Mont Blanc ist ein leichtes und beliebtes Tourenziel.
Noch ein Hinweis: In diesem Jahr war für August ein autofreies Val Veni geplant. Es gibt aber einen Bus von Courmayeur.

Zur Tour

Auf unkritischem Firnrücken hoch unter den Gipfel des Petit Mont Blanc. Nun runter auf den Glacier du Petit Mont Blanc. Das im Führer (DAV) erwähnte Firn- oder Eiscouloir hat sicherlich schon bessere Zeiten erlebt. Man warte also nicht zu lange im Jahr: Am 20.7.96 kam man nach 5 m Blockwerk gut auf den Firn - vor 3 Jahren mußte man Ende August über brüchige Felsen abklettern, was wir uns damals geschenkt haben. Irgendwo steckt auch ein Haken.
Der Rest der Tour verläuft etwas anders als die im Führer erwähnte Whymper-Route von 1864. Die Rinne vom Gletscher direkt zum SO-Grat ist auch nicht mehr das was sie wohl mal war. Nach dem Abstieg vom Petit Mont Blanc steigt man i.a. am orog. linken Ufer des Glacier du Petit Mont Blanc an. Dann geht es auf dessen hinteren Begrenzungsgrat (Bergschrund) und über denselben in westl. Richtung in die N-Flanke der Aiguilles, in der man weiter diagonal ansteigt. Über einen Bergschrund und einen kurzen Steilhang (20 m) erreicht man den breiten SO-Grat. Der vereiste Firn machte die Verwendung eines zweiten Pickels notwendig (Eisgerät o.ä.). Im Hang Achtung auf Spalten in Fallrichtung!
Der Weiterweg zum Gipfel ist unkritisch. Den Weiterweg zum S-Gipfel haben wir uns wegen des starken Windes geschenkt.
Auf dem Rückweg kann man ja noch eine Gipfelrast auf dem Petit Mont Blanc (3424 m) einlegen - es sind nur ein paar Minuten Umweg.
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© by Matthias Guntau, Jena; 27-IX-96

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