Expeditionsbericht Tien Schan 
8.8. - 6.9.1999

Teil 4

29.8.99

Heute ist mal wieder so ein phantastischer Morgen im Gebirge. Die Sonne scheint und alles ist strahlend weiß. Weiter unten im Lager landet eine Mi 8 und lädt die letzten Reste vom offiziellen Lager auf. Beim Start fliegt er über das Zelt, wo ich noch im Schlafsack liege, und schüttelt es kräftig durch: Draußen rutscht der Schnee vom Zelt und drinnen regnet es. Dann sind wir allein im Lager, denn unsere Gruppe ist die letzte.

Heute wollen Carol und Robert (die Trekkinggruppe) zusammen mit Michaela und Thomas zur Merzbacherwiese am Nördlichen Inyltschek-Gletscher laufen. Sehenswürdigkeit ist dort der Merzbacher-See, wo der Südliche Inyltschek als Staumauer für das Schmelzwasser des Nördlichen wirkt:

Dort standen wir plötzlich vor einer weiten Senkung, ausgefüllt von einem riesigen Eissee, aus dessen tiefblauen Fluten Tausende kleiner, mannigfaltig geformter Eisberge und Schollen herausragten. Ein prachtvoller Anblick!

Ansonsten ist im Lager erst mal Ruhetag. Wegen der Merzbacher-Wiese gibt es ein paar Probleme. Kolja sagt, daß ein Abholen mit dem Hubschrauber von dort unten nicht vorgesehen sei und extra kosten würde, falls die Piloten überhaupt dorthin fliegen, da sie den Ort nicht kennen würden. Aber eigentlich sollte Kolja auch Carol und Robert begleiten, anstatt am Khan Tengri Rekordversuche zu unternehmen. Und die beiden Trekker hatten genau so viel bezahlt wie wir, ohne daß ein 7000er-Permit (100 Dollar) dabei war.

Eine Funkverbindung zu Marat kommt nicht zustande. Am Nachmittag gehen die vier dann trotzdem los. Tovo und Heimo (und Kolja) kennen die Wiese und könnte den Hubschrauber hinleiten - hoffentlich hilft's. Unser Rückflug aus dem Basislager soll am 1. oder 2. September stattfinden - je nach Flugwetter. Später erfahren wir, daß vom 1.9. nie die Rede war - Kolja will wohl alle rechtzeitig zurück im Lager haben. Aber unsere vier auf der Merzbacherwiese wissen das natürlich auch nicht.

Am Nachmittag wird das Wetter wieder schlecht. Anscheinend hat sich hier so etwas wie eine typische Tien-Schan-Wetterlage herausgebildet, über die immer wieder berichtet wird: Vormittags schön, dann zunehmende Quellbewölkung, am späteren Nachmittag dicke Schneewolken aus Westen, abends eventuell wieder schön.

Mit großer Stetigkeit trübte sich die Atmosphäre gegen Mittag, und um 2 oder 3 Uhr begannen Regengüsse oder Schneestürme, worauf abends oder nachts wieder klares Wetter eintrat.

30.8.99

Jana, Tovo, Heimo und ich wollen noch einen zweiten Anlauf beim Pik Pesni Abaja (4901 m) machen. Diesmal nehmen wir uns aber zwei Tage Zeit. Kurz vor Mittag laufen wir zusammen mit Axel und Gunther los, die eine Besichtigungstour auf dem Sternchen-Gletscher unternehmen wollen. Zuerst untersuchen wir die Sauna (jetzt leider zu) und die beiden Hubschrauberwracks im unteren Lagerbereich. Dann führt uns Heimo einen etwas abenteuerlichen Weg durch Spalten und Moränenschutt zum Weg zwischen dem Sternchen-Gletscher und der Mittelmoräne zum Inyltschek-Gletscher. An der bekannten und durch einen Steinmann markierten Stelle beginnen wir wieder, den Sternchen-Gletscher zu überqueren (Eigentlich ist es schon der Inyltschek, aber der Eistrom stammt vom Sternchen-Gletscher.) Vorher gab es noch eine kurze Diskussion, ob der Steinmann wirklich von uns ist.

Wir gelangen auch wieder zu dem kleinen Geröllfeld auf dem Diki-Gletscher, wo wir schnell unsere Zelte aufbauen. Ursprünglich wollten wir noch ein Stück weiter gehen, aber die heranziehenden Wolken verkünden nichts gutes. Nach zwei Stunden Schneetreiben, die wir uns mit Lene Voigt's "Säks'schen Glassigern" verkürzen, kommt die Sonne wieder raus, und das Wetter wird wieder schön. Jana und Heimo gehen Steine sammeln und Tovo unternimmt einen Spaziergang auf dem "Wilden" Gletscher. Dabei verpaßt er eine respektable Lawine, die sich hinten im Talschluß zwischen Pik Nehru und Pik Washa Pschawela löst. Wir sehen sie zwar, können aber nichts hören (ca. 10 km entfernt). Shenja und Kolja können sie vom benachbarten Sternchen-Gletscher hören, aber nicht sehen. Nach dem Abendbrot geht es dann schnell in den Schlafsack.

31.8.99

Kurz vor 1000h ist Abmarsch zum Pik Pesni Abaja. Über den Gletscher sind wir relativ schnell am Fuß des Berges, nur die Randflüsse erfordern etwas Zeit. Der Aufstieg verläuft bis auf die obersten 50 m durchgehend im Geröll - zuerst einem Gletscherabfluß folgend, dann über die geneigte Flanke. Jana und Tovo bleiben auf halbem Wege sitzen und warten auf unsere Rückkehr. Heimo steigt vorneweg. Das Schiefergeröll besteht teilweise aus größeren Platten, die wegrutschen, teilweise aus sehr feinem, weichen Schutt. Es geht zu wie bei Lenin: Ein Schritt vorwärts, zwei zurück. Durch die gewachsene Kondition und die gute Akklimatisation kommen wir aber trotzdem irgendwie hoch. Das Gipfelschneefeld schenke ich mir - es scheint auch nicht ganz unproblematisch zu sein. Heimo macht jedenfalls Gebrauch von seinem Steileispickel - ich habe keinen mit.

In 20 Minuten bin ich wieder bei Jana und Tovo. Heimo werkelt noch etwa zwei Stunden oben herum. Beim Abstieg nimmt er einen anderen Weg, und wir verlieren ihn zeitweise aus den Augen. Nach seiner Rückkehr berichtet er, daß er im Gegensatz zu Carol und Robert wirklich am höchsten Punkt war. Dann steigen wir ab und sind gegen 1600h wieder im Lager auf dem Diki-Gletscher. Eine Stunde lang packen wir zusammen und machen uns dann auf den Rückweg ins Basislager. Der Übergang auf die Lager-Moräne ist wie schon das letzte Mal ein Wegfindungsproblem. Dabei treffen wir auf Christian und Hans die gestern (erfolglos) vom Pik der Militärtopographen (6873 m) zurückgekehrt waren. Als wir schließlich im Küchenzelt einreiten, ist es schon fast dunkel. Nach den Abendbrot bauen wir schnell unsere Zelt auf, denn es droht ein Gewitter. Dieses zieht dann aber doch woanders hin. Wir trinken noch eine Weile Tee und gehen dann schlafen.

1.9.99

Heute morgen scheint mal wieder der Winter ausgebrochen zu sein. Es schneit, und es liegen 5 cm Schnee. Hoffentlich wird das Wetter bis morgen besser, damit der Hubschrauber starten kann. Christian und Hans verzögern ihren Abmarsch. Sie wollen nicht mit uns fliegen, sondern den Gletscher runterlaufen - so wie sie gekommen sind. Axel und Gunther waren noch etwas am Hausberg eisklettern, kommen aber in einer Periode der Wetterbesserung wieder. Gegen Mittag starten Hans und Christian dann schließlich. Nachmittags geht dann auch der Schneefall wieder los - aber nicht so stark. Am Vormittag hatten wir es geschafft, durch das leckende Dach des Küchenzelts einen Eimer voll Wasser aufzufangen. Überhaupt ist es eher naßkalt. Gegen Abend wird das Wetter etwas besser. Es ist aber immer noch stark bewölkt.

2.9.99

In der Nacht ist der Himmel aufgeklart, und es ist dementsprechend kalt geworden. Im Zelt sind es morgens -2°C und draußen sogar -11°C. Um 1000h würde der Hubschrauber kommen wird verkündet. Ein Funkgespräch ergibt eine Verschiebung auf 1100h. Das ist auch ganz gut, denn bis 1000h hätten wir den Abbau des Lagers nicht geschafft. Das Wetter hier auf dem Südlicher Inyltschek ist schön, was aber weiter nördlich offenbar anders aussieht, denn der Hubschrauberflug wird stündlich verschoben. Das Küchenzelt steht noch, und auch das Zelt von Shenja und Kolja ist noch nicht abgebaut. Das wir heute noch wegkommen wird immer unwahrscheinlicher, denn am Nachmittag war während unserer Zeit hier noch nie ein Hubschrauber geflogen (zunehmende Thermik und Quellbewölkung).

Um 1500h wird der Hubschrauberflug für heute abgesagt, und Gunther hat wieder eine Wette gewonnen. Wir bauen unsere Zelte wieder auf - außer Axel und Heimo, die im Küchenzelt schlafen, wo jetzt mehr Platz ist. Bald gibt es Abendbrot - ob die vier auf der Merzbacherwiese noch genügend zu essen haben? Hoffentlich ist morgen Flugwetter. Hier oben scheint sich nur die Quellbewölkung zu entwickeln. Abends ziehen dann aber doch ziemlich dunkle Wolken heran. Gegen 2300h fängt es an zu schneien.

3.9.99

Morgens hat der Schneefall wieder aufgehört, aber es liegen 10 cm Schnee, was aber nicht das Problem ist. Schlimmer ist aber, daß die Wolkendecke immer noch ziemlich dick und zerrissen ist. Teilweise kommt aber auch die Sonne durch, so daß man den Schlafsack lüften kann. Am Morgen sind Spuren von irgendwelchen Tieren zu sehen. Die Spuren kann keiner identifizieren, sie stammen aber vermutlich von einem katzengroßen Tier mit Krallen.

Kolja bekommt keine Funkverbindung zur Außenwelt. Als Frühstück gibt es Kartoffelpüree mit Fisch aus der Dose und Morskaja Kapusta bzw. die Suppe von gestern. Am Nachmittag kommen dann wieder dicke Wolken den Gletscher hoch, aus denen es dann auch ein paar Zentimeter schneit. In dieser Zeit kochen wir etwas zu essen: Kolja hat ein paar Rindfleischdosen gefunden. Dazu gibt es kalten Kartoffelpüree (vom Frühstück) und Kohl, den Shenja wieder aufgesammelt hat.

Am späten Nachmittag läßt der Schneefall wieder nach, und wir können uns raus in die Sonne setzen. Wir verschwinden heute Abend früh in den Zelten, und ich lese noch etwas. Unten vom Gletscher her ziehen mal wieder dicke Wolken heran. Es gibt aber nur ein paar kurze Schneeschauer, dafür aber Nebel, was neu ist. Der Luftdruck ist geringfügig gestiegen.

4.9.99

Die Nacht war fast niederschlagsfrei und kalt. Ein weiteres gutes Zeichen ist der auf 623 hPa gestiegene Luftdruck. Vom Zelt rieselt etwas Reif (oder doch Schnee?). Gegen 800h ist es im Lager noch ruhig. Danach trabt jemand (Kolja) in Richtung Funkstation. Ich ziehe mich an und gucke aus dem Zelt: Fast keine Wolken, also ideales Flugwetter! Wenn wir heute nicht fliegen, können wir uns auf das Überwintern einrichten. Vom Pobjeda-Westgipfel (Pik Washa Pschawela) gehen zwei große Lawinen ab - wieder lautlos (Meist hört man es poltern, sieht aber nichts.).

Kolja kommt mit der Nachricht zurück, daß der Hubschrauber heute fliegt, es sei aber noch kein Dispatcher da. Dieser käme erst 930h. Wir frühstücken, dann geht Kolja wieder zum Funkgerät. Als er wiederkommt, macht er Streß: Der Hubschrauber sei schon in der Luft! Mein Zeug habe ich schon weitgehend fertig und schleppe es zusammen mit dem Benzinkanister zum Landeplatz. Dann bauen wir das Küchenzelt ab. Die Hülle wird mitgenommen, das Gestänge bleibt für das nächste Jahr liegen.

Dann hören wir den Hubschrauber über dem Gletscher brummen. Gleichzeitig erscheint Carol von unten. Er sollte doch mit den drei anderen auf der Merzbacherwiese warten! Und wo sind die anderen? Erst mal haut er sich völlig fertig hin. Dann erzählt er kurz, daß sie mit den Nerven fertig waren und seit drei Tagen nichts zu essen hatten. Da sind sie in anderthalb Tagen wieder hoch ins Basislager gelaufen, auch um Lebensmittel zu finden, falls wir schon verschwunden sein sollten. Die anderen seien eine halbe Stunde zurück.

Der Hubschrauber, eine weiße Mi 8, fliegt heran, und eine Rauchpatrone wird abgeworfen, um die Windrichtung festzustellen. Die Maschine zieht noch einen Kreis und landet auf der Moräne. Wir sitzen im Rotorkreis und werden eingestiebt. Dann laden wir ein, und der Hubschrauber startet mit allen Anwesenden zu einem Suchflug. Wir finden die anderen drei am unteren Ende der Lagermoräne - in der Nähe der beiden Hubschrauberwracks. Der Hubschrauber landet noch mal, und als alle an Bord sind starten wir endgültig.

Dann fliegen wir zwischen Pik Gorki und Pik Tschapajew in ca. 5400 m Höhe über die Tengri-Tag-Kette. Der Flug ist phantastisch, und ich verknipse fast einen ganzen Film. Wir sehen den Nordanstieg zum Khan Tengri. Dieser scheint deutlich steiler als unser Anstieg von Süden her zu sein. Nach dem Überfliegen der Sary-Dshas-Kette nördlich der Tengri-Tag-Kette werden die Berge niedriger und sind kaum noch vergletschert. Wenig später landen wir im Bajankol-Tal an einem Grenzposten an der kasachisch/chinesischen Grenze. Dort warten auch ein GAS 66 mit Busaufbau, der uns nach Almaty bringen wird.

Erst mal wird aber Mittag gemacht, nachdem wir die Halbverhungerten schon mit Süßigkeiten versorgt hatten. Bei den Soldaten hole ich Wasser für den Tee, dann wird mit Kognak auf die erfolgreiche Expedition angestoßen - Marat hatte die Sachen zu Landeplatz gebracht bzw. mitgeschickt. Marats Eichentisch wird auch noch mal schnell zusammengeschraubt.

Nach dem Mittagessen wird alles eingeladen, und es geht entlang der Grenze nach Norden. Es ist ein richtiger doppelter Grenzzaun mit geharktem Streifen auf chinesischer Seite. Wir wollen heute noch nach Almaty (ca. 350 km) - mit einem Abstecher zum Charyn-Canyon. Dort wollten wir eigentlich länger bleiben, aber wir haben im Basislager zwei Tage verloren. Übermorgen früh fliegen wir ja schon zurück nach Hause. Bei einem Kontrollposten am äußeren Grenzbereich gibt es wieder Verzögerungen. So dauert es eine Stunde, bis unsere Papiere akzeptiert werden und die wohl nicht mehr ganz nüchternen Posten verstanden haben, warum wir in einem Armee-LKW sitzen. So fällt dann auch noch der Charyn-Canyon weg, und wir müssen mit einem "Hilfs"-Canyon vorliebnehmen, der direkt am Weg liegt. Wenigstens ist es derselbe Fluß. Als es schon dunkel geworden war halten wir an einer Raststätte, wo es wieder etwas zu essen gab: eine gute Nudelsuppe. Das einheimische Bier ist nicht so toll.

Nach Mitternacht kommen wir in Almaty an und werden wieder im Hotel "Almaty" untergebracht. So spät ist auch das Hotel billiger. Gunther rennt noch mal los und besorgt was zu trinken. Ansonsten gehen wir schlafen - mal wieder in einem richtigen Bett.

5.9.99

Wir schlafen aus und stehen gegen 900h auf. Danach duschen wir das erste Mal wieder seit langer Zeit. Kurz nach 1000h kommt Marat mit seiner Mutter und Shenja, und es gibt Frühstück auf den Zimmern: Salat, Käse, Wurst und Tee. Shenja war bereits beim Friseur und ist kaum wiederzuerkennen. Außerdem erscheinen noch Markus und Stefan, zwei Geologiestudenten aus Jena, die schon eine Tour gemacht haben und nun für vier Wochen in den Charyn-Canyon zur Diplomkartierung fahren. Tovo kommt für eine Woche mit, um sie einzuweisen. Später schaffen wir unser Gepäck in Janas und Tovos Zimmer und gehen die Stadt besichtigen - vor allem den Basar. Das Wetter ist trübe, und es fängt an, ausdauernd zu regnen. Wie das Flugwetter im zentralen Tien Schan wohl heute wäre...

Nach einigen Schleifen über den Basar suchen Heimo und ich einen Buchladen, um eventuell ein paar Karten vom Gebirge zu bekommen. Wir werden zu einer Straßenkreuzung geschickt. Diese ist auch nicht weit weg - wir finden aber auf die Schnelle keine Buchhandlung. Da wir uns alle gegen 1500h wieder treffen wollen, gehen wir zurück zum Basar. Von dort aus gehen wir nun gemeinsam die Buchhandlung suchen. Wir finden sie dann auch in der Nähe der besagten Kreuzung. Wir sehen die Karten im Schaufenster liegen; der Laden ist aber leider zu. Es ist zwar Sonntag, aber das Ladenschlußgesetz scheint hier nicht so streng wie Zuhause zu sein. Einen Versuch war es aber wert.

Danach gehen viele noch mal zum Basar zurück, um die restlichen Tenge zu verjubeln. Jana, Tovo und ich kehren zum Hotel zurück Dort warten wir bei Bier und Schokolade bis die anderen kommen und Marat uns zur Abschlußfete abholt. Am frühen Abend fahren wir dann mit den Autos von Kolja und Marat sowie einem Privattaxi zu Marats Haus außerhalb der Stadt. Dort ist schon Shenja am Wirbeln. Markus und Stefan kommen auch. Es gibt u.a. verschiedene Salate und natürlich reichlich Sekt, Kognak und Wodka. Marat gibt seine Trinksprüche, Witzchen und Geschichten zum besten. Zwischendurch erklärt er am Telefon verschiedenen Taxifahrern den komplizierten Weg zu seinem Haus. Wir werden dann direkt von der Party zum Flugplatz fahren und nur im Hotel noch das Gepäck abholen. Ein Kleinbusfahrer kann Marats Erklärungen folgen und erhält den Zuschlag. Er kommt dann auch pünktlich.

6.9.99

Kurz vor 100h fahren wir bei Marat los. Im Hotel laden wir das Gepäck auf und sind kurz nach 200h am Flugplatz. Wir müssen noch mal den Gebäudeteil wechseln, da die Abfertigung dort nach dem Brand etwas kompliziert ist. Das Übergepäck hält sich in Grenzen. Bei mir ist das Rucksackgewicht auf 22 kg geschrumpft. Der Rest geht problemlos als Handgepäck durch. Mit dem Metalldetektor habe ich wieder meine Schwierigkeiten: Diesmal habe ich das Taschenmesser vergessen.

Nach dem Chaos bei der Abfertigung bin ich dann froh, im richtigen Flugzeug zu sitzen. Der Flug mit der TU154 verläuft geruhsam. In St. Petersburg gehen die Probleme aber wieder los. Wir wollen, ähnlich wie auf dem Hinflug, direkt über den Transitbereich umsteigen. Natürlich ist wieder kein "Transit Dispatcher" zu finden. Ein Pulkovo-Angestellter hilft uns weiter und bald habe wir unsere Bordkarten. Das Umladen des Gepäcks wird auch in die Wege geleitet. Nach einer etwas undurchsichtigen Lautsprecherdurchsage, die uns betreffen könnte, geht Gunther noch mal los: Nein, es sei alles in Ordnung. Bei der Kontrolle der Bordkarten vor dem Einsteigen fällt auf, daß auf unseren irgendein Stempel fehlt. Nach einem kurzen Palaver dürfen wir aber ins Flugzeug.

Die TU134 ist klar zum Start (und aus den Lüftungsschlitzen quillt Nebel), als plötzlich die Triebwerke wieder abgestellt werden. Wir sollen alle unsere Pässe bereithalten. Nicht das wir schon wieder ... Tatsächlich scheinen wir das Problem zu sein. Die Paßkontrolle kommt an Bord und sammelt unsere Pässe und das Gruppenvisum ein. Wir bekommen jeder noch zwei Stempel in den Paß (für Ein- und Ausreise?), dann geht es mit 20 Minuten Verspätung endlich los.

Das war dann auch das letzte Problem, denn in Berlin geht alles klar. Wir treffen uns noch auf ein Bier im Mövenpick-Restaurant, dann fahren Carol, Robert und ich mit dem Auto nach Jena bzw. Dornburg - Carols Vater hat uns abgeholt.


Teil 3
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