19.08.01 Lager 2 - Pik Uslowaja - Lager 2

Um 630 Uhr klingelt der Wecker, und Steffen, mit dem ich im Zelt wohne, macht Frühstück. Es gibt Müsli mit Trockenfrüchten. Etwas später als geplant machen wir uns auf den Weg zum Pik Uslowaja ("Knotengipfel", 4900 m). Bis auf Gunther und Steffen wollen wir heute auch wieder zum Lager 2 absteigen. Die beiden planen, weiter zum Pik Pogranitschnik ("Grenzwächter", 5200 m) zu gehen und dort zu zelten. Der Weg zu Pik Uslowaja ist nicht besonders schwierig, erfordert aber Sorgfalt und Trittsicherheit. Den 200-m-Firnhang zum Gipfel spurt Heimo. Teilweise ist der Schnee unangenehm tief. Oben ist die Sicht durch den Nebel begrenzt. Wir finden eine oben offene Schneehöhle, die wir als Depot nutzen wollen. Leider erwies sich, daß sie von den Spaniern offenbar als Toilette genutzt wurde. Steffen und ich warten auf Gunther, der sich mit seinem schweren Rucksack viel Zeit nimmt. Die anderen machen einen Ausflug zu einem Nachbargipfel auf der chinesischen Seite. Als alle wieder auf dem Haufen sind, steigen Stefan und ich zum Lager zurück. Die anderen erkunden noch den Verbindungsgrat zum Pik Pogranitschnik und finden einen etwa 10 m langen Engpaß, der nur in gut durchgefrorenem Zustand passierbar zu sein scheint. Gunther und Steffen gehen auch nicht weiter, wie wir vom Abstieg aus sehen können. Gegen 1430 Uhr sind Stefan und ich wieder im Lager 2. Da sich die Sonne etwas durch die Wolken kämpft, können wir unsere durchgeschwitzten Sachen trocknen. Außer im Gipfelbereich war es heute nicht besonders kalt. Etwas später kommen Heike und Heimo sowie Jana und Tovo. Wir ruhen uns aus, aber als wir uns ans Abendbrot machen wollen, ist es zu spät: Ich schaffe es gerade noch, Wasser aus einem kleinen Schmelzwasserteich zu holen, als wieder ein Gewitter beginnt. Den Kocher stellen wir wieder ab, da es das Gewitter etwas ernster meint als gestern. Die Blitzeinschläge liegen näher, und es hagelt kräftig. Die Blitze lassen zwar bald wieder nach, aber es kommen kräftige Windböen mit Hagel und Schnee. Nach zwei Stunden endlich können wir unser Abendbrot noch bei Tageslicht fortsetzen. Später kommt sogar noch mal die Sonne raus, und beim abendlichen Zähneputzen sehen wir die noch aktiven Gewitterwolken weit hinten in China.

20.08.01 Lager 2 - Basislager - Lager 1

Noch in der Nacht fängt es wieder an zu schneien. Der Schneefall läßt gegen Morgen wieder nach, bis plötzlich heftige Windböen mit Hagel das Zelt durchschütteln. Zweimal blitzt es, nur daß wir keinen Donner hören. Allerdings ist es im Zelt auch ziemlich laut. Die Niederschläge lassen zwar bald wieder nach, aber der Wind schwächt sich nur langsam wieder ab. Wir schaffen es trotzdem, den Kocher anzuwerfen. So gibt es ein warmes Frühstück, während draußen sogar wieder die Sonne scheint. Eigentlich wollte ich heute morgen zwischen 8 und 9 Uhr mit Heike und Heimo ins Basislager absteigen, um ein paar Sachen zu holen und etwas zu relaxen. Der Abmarsch verzögert sich aber wetterbedingt. Dann stehen die beiden plötzlich vor dem Zelt und wollen los. Sie haben ihren Kocher nicht zum Laufen gebracht und planen nun, unten zu frühstücken. Ich habe meinen Schlafsack zwar schon zusammengepackt, brauche aber noch ein paar Minuten, um marschbereit zu werden. Der Abstieg zum Chinesischen Paß (ca. 300 Höhenmeter) ist durch den Schnee auf der Spur etwas heikel. Ansonsten ist durch den Wind nicht viel liegengeblieben. Im Lager 1 hat der Wind und der Schnee ein Zelt etwas eingedrückt. Wir befreien die Zelte vom Schnee, damit sie schneller trocknen und machen eine längere (Frühstücks-) Pause in windstiller Umgebung. Oben an den Gipfeln zeigen die Schneefahnen an, daß es in der Höhe weiter stürmt. Später sehen wir Gunther und Steffen vom Pik Uslowaja absteigen. Sie werden später erzählen, daß sie am Verbindungsgrat zum Pik Pogranitschnik gezeltet und ihr Zelt mit hohen Schneemauern gesichert haben. Bei günstiger Sicht ist ihr Lagerplatz sogar von unten zu sehen.

Nach der Pause steigen wir weiter zu Walja ins Basislager ab. Wir haben eigentlich zum ersten Mal gutes Wetter und so zieht sich der Abstieg wegen der vielen Fotopausen etwas hin. Nach zwei Stunden sind wir unten und erwischen Walja beim Sonnenbaden. Mit dem Mittagessen haben wir uns nun etwas verspätet, denn Stefan hatte 12 Uhr nach unten gefunkt. Die Zeit bis zum Essen nutzen Heike und ich zum Duschen mit einer fußbetriebenen Dusche - unter freiem Himmel. Heute morgen hatten wir noch im Sturm gebibbert... Zu essen gibt es Fleisch mit Bratkartoffeln und Salat aus Tomaten und Gurken - es bleibt nichts übrig. Danach unterhalten wir uns noch eine Weile mit Walja, während Heimo duscht. Später packen wir unsere Rucksäcke für den Rückmarsch, denn wir hatten Schlafsäcke und Isomatten zur Gewichtserleichterung im Lager 1 gelassen. Als wir auf einen letzten Tee bei Walja im Küchenzelt sitzen, kommen Steffen und Gunther hereingeschneit. Sie sind mehr oder weniger direkt vom Pik Uslowaja abgestiegen, wo sie Gewitter und Wind der letzten Nacht erlebt hatten. Gegen 17 Uhr machen wir uns auf den Rückweg und sind nach 2 Stunden wieder im Lager 1, wo wir übernachten.

21.08.01 Lager 1 - Pik Krugosor - Lager 1 - Lager 2

Die letzte Nacht war mal ruhig und ohne Niederschläge. Wir stehen kurz nach 8 Uhr auf, als die Sonne herauskommt. Gegen 930 Uhr beginnen wir einen Ausflug auf den Pik Krugosor, dem Hausberg des Lagers. Heimo schlägt einen anderen Weg ein als vor drei Tagen. Weiter westlich geht es zuerst über Gras und Geröll aufwärts, bevor ein Felsriegel das Weiterkommen erschwert. Heimo klettert eine senkrechte Verschneidung hoch, Heike und ich versuchen eine Umgehungsvariante. Diese scheint auch leichter zu sein, ist aber durch lockere Griffe und schuttbedeckte Tritte auch etwas heikel. Heike sieht mir beim Klettern zu und entscheidet sich für einen anderen Weg... Dann folgt wieder das übliche Blockwerk bis zum Gipfel.

Der höchste Punkt (4400 m) ist eine etwa 10 m hohe, leicht überwächtete Firnkuppe. Hier hatten wir Walja vor zwei Tagen gesehen. Der Gipfelsteinmann steht am übergang auf den Firn. Hier legen wir auch unsere Gipfelrast ein, nachdem wir auf der Schneewächte noch ausgiebig fotografiert hatten. In der Büchse unter dem Steinmann finden wir einen Zettel, in dem der Gipfel als der Pik des Klubs der Kasachischen Alpinisten bezeichnet wird. Unseren Karten nach steht dieser aber weiter nordwestlich über dem Basislager. Das Lager 2 können wir auch von oben sehen. Heike schaut durch ihr Teleobjektiv und gibt bekannt, daß Janas und Tovos Zelt abgebaut und zwei Leute zum Pik Uslowaja unterwegs sind. Nach fast zwei Stunden am Gipfel steigen wir wieder ab. Den Felsriegel umgehen wir, indem wir über Schuttfelder schräg in Richtung Chinesischer Paß absteigen bis man bequem den Weg zum Paß erreichen kann. Nach einer knappen Stunde sind wir wieder im Lager 1. Hochzu hatten wir für die 600 Höhenmeter zweieinhalb Stunden gebraucht. Das Wetter ist immer noch schön, und die Sonne scheint intensiv. Wir machen eine ausführliche Pause, dann geht es wieder hoch ins Lager 2. Ich überlege noch kurz, ob ich erst morgen mit Gunther und Steffen aufsteige, entschließe mich dann aber mitzukommen. Immerhin ist noch einiges an Lebensmitteln und Benzin ins Lager 2 zu buckeln. Beim Transport machen Steffen und ich gemeinsame Sache. Ich schreibe noch schnell einen Zettel für Gunther und Steffen mit einer Auflistung meiner Rucksackfracht, dann geht es los. Am Chinesischen Paß wartet Heike auf mich - Heimo hat schon den ersten, langen Aufschwung nach dem Paß geschafft. Knapp zwei Stunden nach unserm Start im Lager 1 sind wir wieder im zweiten Lager, zumindest Heike und ich - Heimo war natürlich schneller. Dort treffen wir aber niemanden an, und Tovos Zelt steht auch noch. Wahrscheinlich haben wir es wegen der Tarnfarbe vom Krugosor aus nicht gesehen. Wahrscheinlich übernachten Jana, Tovo und Stefan auf dem Pik Uslowaja. Neben einem Zelt hatten Gunther und Steffen noch eine Schneehöhle gegraben. Mit dem Abendbrot müssen wir uns wieder beeilen, da dunkle Wolken im Anmarsch sind, aus denen es auch einmal donnert. Es bleibt aber bei dem einen Mal, auch wenn es graupelt und hagelt. Durch Wolkenlücken kann man aber auch immer wieder den Himmel sehen. Später am Abend hört der Niederschlag auf, und als ich aus dem Zelt sehe, sind die Wolken fast verschwunden. Das ist endlich mal das typische Tien-Schan-Wetter über das schon Merzbacher vor 100 Jahren berichtete: Vormittags schön, nachmittags Niederschläge und spätestens am nächsten Morgen wieder schön. Heike und Heimo schlafen diese Nacht draußen. Der Sternenhimmel ist tatsächlich phantastisch. Ich schaue ihn mir auch an, als ich gegen Mitternacht noch mal aufwache.

22.08.01 Lager 2

Dieser Tag beginnt wolkenlos, und es passiert erst mal nichts, da auch ein Ruhetag geplant war. Um halb 11 Uhr wachen die beiden Außenschläfer auf, und wir machen Frühstück. Von den drei Leuten weiter oben auf dem Pik Uslowaja ist am Vormittag erst mal nichts zu sehen. Erst gegen halb 12 Uhr können wir Bewegung erkennen. Später marschieren sie zu dritt zum Engpaß am Verbindungsgrat, kehren aber bald wieder um. Dann steigen zwei Leute ab. Das sind Jana und Tovo. In größerem Abstand kommt Stefan hinterher - er hat noch einen Ausflug auf den chinesischen Nachbargipfel vom Pik Uslowaja gemacht. Sie berichten, daß die Engstelle durch 30 cm Neuschnee schwieriger geworden ist. Die Nacht war oben genauso eindrucksvoll wie unten, nur kälter. Im Nordwesten bilden sich schon mittags eindrucksvolle Gewitterwolken. Wir schaffen es noch, für die Abgestiegenen Tee zu kochen, dann müssen wir uns schon wieder in die Zelte zurückziehen. Eine Gewitterzelle zieht vorbei, ohne uns nennenswert zu gefährden. Danach gibt es, verbunden mit Hagel, aber die stärksten Windböen, die wir bisher hier oben erlebt haben. Zusammen mit Stefan wohne ich im Zelt von Steffen, das den Wind aber problemlos aushält. Danach schneit es, und im Lager kehrt mal wieder der Winter ein. Am Abend hört der Schneefall dann wieder auf. Als wir danach aus dem Zelt schauen, sehen wir Gunther und Steffen ins Lager kommen. Sie waren bei den Sturmböen am Chinesischen Paß und haben hinter einem großen Felsblock Schutz gesucht, bevor sie weitergegangen sind. Jetzt haben wir aber ein Problem, denn es sind nicht genügend Schlafplätze in den Zelten vorhanden. Zur Not ginge es schon, aber bei Heimo und Tovo wird es zu dritt im Zelt ziemlich eng. Ich hatte im Lager 1 auf den Zettel geschrieben, daß sie ein Zelt mitbringen sollten. Aktuelleren Funkverbindungen zufolge wollten Jana, Tovo und Stefan auf dem Pik Uslowaja bleiben, waren aber wegen ein paar kleineren Problemen trotzdem abgestiegen. Daraufhin packen Jana und Tovo ihre Sachen und steigen noch schnell ins Lager 1 ab, denn das Wetter sieht im Westen schon wieder komisch aus. Die 20-Uhr-Funkverbindung mit Walja kommt aus irgendwelchen Gründen nicht zustande.

23.08.01 Lager 2 - Lager 1

Als wir morgens aufwachen schneit bzw. graupelt es. Viel bleibt aber nicht liegen, da es relativ warm ist. Die Gipfelaspiranten (vor allem Gunther und Steffen) bleiben auch noch liegen, und so bleibt es im Lager erst mal ruhig. Die Sicht ist auch nicht gut - es herrscht Nebel mit Sichtweiten um die 50 m. Wir kochen dann Frühstück (Müsli) und Mittag, während es draußen weiterschneit. Trotzdem ist es relativ hell und im Zelt auch angenehm warm. Mit Walja haben wir wieder Funkverbindung. Um 14 Uhr (außer der Reihe) teilt sie uns mit, daß morgen eine Trekking-Gruppe vom DAV Summit Club einen Ausflug zum Chinesischen Paß machen will. Im Basislager würde es regnen. Kurz nach 15 Uhr hört es auf zu schneien, und die Sicht wird besser. Vorher hatte die Sonne schon mal einen kurzen Durchbruch geschafft. Es bleibt aber bedeckt, mit einigen kleinen Wolkenlücken über China. Jetzt können wir wieder aus den Zelten raus. Mit Heike und Heimo liefern wir uns eine kleine Schneeballschlacht. Dann fange ich mit Stefan an, unsere Sachen für den Abstieg zu packen. Die Gipfelambitionen - sowieso nur noch für den Pik Pogranitschnik - sind auch sonst merklich abgeflaut. Wir nehmen noch Tovos Zelt und seine Isomatte mit, die er unter dem Zelt vergessen hatte. Steffen und Gunther ziehen in Steffens Zelt, in dem Stefan und ich gehaust hatten, und das jetzt frei wird. Bis wir marschfertig sind, hat sich der Nebel wieder verdichtet, aber der Weg ist nicht zu verfehlen. Ansonsten scheint auch trotz des Niederschlags auch auf 4300 m Höhe mehr Schnee getaut als neu gefallen zu sein. Der Abstieg ins Lager 1 verläuft problemlos und besser als vor drei Tagen. Tovo und Jana sind noch da. Wir machen Abendbrot, während der Schneefall wieder beginnt. Anscheinend handelt es sich um keine kurzfristige Wetterverschlechterung. Wenn sich das Wetter auch morgen nicht bessert, wollen zumindest Heike und Heimo runterkommen. Die meisten Ambitionen haben noch Gunther und Steffen, die gestern zwei Bohlen hochgeschleppt haben, um sie am Grat als Sicherungspunkte zu vergraben. Nach dem letzten Tee verschwinden wir endgültig in den Zelten. Draußen schneit es weiter, begleitet von einem vereinzelten Blitz.

24.08.01 Lager 1 - Pik Krugosor - Basislager

Kurz nach 8 Uhr scheint die Sonne auf die Zelte, und wir stehen auf. Später machen wir uns an eine (für mich die zweite) Besteigung des Pik Krugosor. Um die Felsstufe vom letzten Mal zu umgehen, steigen wir weiter östlich die Schutthänge hoch. Diese sind teilweise grasdurchsetzt und relativ gehfreundlich. Von der Rampe im oberen Teil nehmen wir etwa unseren Abstiegsweg von vor ein paar Tagen. Aus der Ferne sehen wir eine Herde Steinböcke in Gipfelnähe und die Leute vom Summit Club bei ihrem Aufstieg zum Chinesischen Paß. Durch den Neuschnee und die Sonne sind unsere alten Spuren auf der Gipfelwächte fast verschwunden. Im Abstieg queren wir in Richtung Chinesischer Paß, bis man auf dem dann breiten Grat bequem dorthin laufen könnte. An dieser Stelle gibt es auch einen bequemen Abstieg in Richtung Lager 1. Bei unserer Querung im Blockwerk werden wir zu Beobachtungsobjekten der Leute vom Summit Club. Ich klemme mir den Schuh ein und muß erst einen 10-kg-Stein wegheben um freizukommen. Stefan macht noch einen Ausflug auf die chinesische Seite. Mit Jana und Tovo steige ich ins Lager runter, wo wir eine Nachricht von Heike und Heimo finden. Sie sind vom Lager 2 abgestiegen und auf dem Weg ins Basislager. Daraufhin packen auch wir unsere Sachen. Stefan läßt auf sich warten und erscheint erst gegen 18 Uhr am Grat. Als er unten ist, fängt es an zu schneien. Bei zunehmendem Schneefall mit ein paar Donnerschlägen machen wir uns an den Abstieg. Tovo stürzt vorneweg - Jana war schon vor zwei Stunden abgestiegen und müßte schon im Basislager sein. Ich bleibe bei Stefan, der nach seiner Zusatztour etwas abgeschlafft und von dem Schnellabstieg alles andere als begeistert ist. Ein paar hundert Meter hinter dem Lager poltert es über uns im Geröll - ein einzelner Felsblock scheint sich gelöst zu haben. Der obere Teil des Hanges steckt in den Wolken, und wir können den Block oben nicht sehen. Er bleibt aber noch oben liegen, was gut ist, denn hier unten im Blockwerk könnten wir kaum schnell genug ausweichen. Auf dem Weiterweg blitzt und donnert es noch ein paar Mal. Es bleibt aber bei ein paar Blitzen, was gut ist, da wir teilweise auf exponierten Schuttgraten absteigen. Der Schnee wird nach unten immer feuchter, und wir weichen trotz Gore Tex kräftig durch. Die Moränen lassen sich bei der Nässe auch nicht besser begehen. Kurz nach 20 Uhr erreichen wir unser Basislager. Es ist von den roten Zelten des Summit Clubs umzingelt. Ich lasse meinen Rucksack unter dem Vordach des Eßzeltes und ziehe mir erst mal was Trockenes an. Dann gibt es Abendbrot, und ich trinke Unmengen Tee. Draußen ist der Schnee inzwischen in Regen übergegangen. Er hört erst spät in der Nacht auf, als wir schon in den Schlafsäcken liegen. Später kommen sogar die Sterne raus.

25.08.01 Basislager

Um 8 Uhr gibt es Frühstück. Unsere Sachen können wir ab halb 10 Uhr trocknen - ab da scheint die Sonne aufs Lager. Der Summit Club - 12 Kunden, 20 Mann Begleitpersonal - ist in Aufbruchsstimmung. Sie wollen heute, als Abschluß der Tour, mit dem Hubschrauber zum Nördlichen Inylchek-Gletscher fliegen und von dort aus den Karly Tau (5350 m) besteigen. Um 1030 Uhr kommt dann der Hubschrauber und zerlegt im Landeanflug unser Eßzelt. Überzelt und das eigentliche Zelt sind platt, und auch den Eichentisch hat es zerlegt. Das Kaufhauszelt, wo Gunther und ich schlafen, hat es überstanden, Waljas Küchenzelt auch. Als der Hubschrauber weg ist, reparieren wir zusammen mit den im Lager zurückgebliebenen Trägern vom Summit Club den Tisch und sichern die Zeltplanen. Mit dem Wiederaufbau des Eßzeltes müssen wir noch warten, denn der Hubschrauber kommt noch mal zurück. Als er anfliegt, halten wir alle zusammen die Zelte fest. So haut es nur den Windschutz unserer Dusche um. Dann hebt der Hubschrauber mit den Trägern in Richtung Bajankol ab, und wir sind wieder allein. Das Eßzelt steht auch bald wieder. Insgesamt ist erstaunlicherweise außer einer ausgerissenen Lasche am Zelt kein größerer Schaden entstanden. Heike und Heimo machen jetzt einen Ausflug, wobei sie versuchen wollen, nach Waljas Erkundungen einen übergang über die beiden Flüsse am Basislager zu finden. Sie marschieren noch vor dem Mittagessen ab. Nach dem Mittagessen (Soljanka) steigt Stefan noch mal ins Lager 1 hoch, um seinen verlorengegangenen Höhenmesser zu suchen. Ansonsten lassen wir im Lager den Tag ruhig angehen. Ich flicke (mal wieder) meine Hose und reinige den Kocher. Zwischendurch macht Walja Wasser für die Dusche warm. Gegen 19 Uhr kommen die drei Ausflügler zusammen und rechtzeitig zum Abendbrot zurück. Walja macht Nudeln mit Fleischsoße und einen leckeren Salat. Vorher hatten wir noch die überzeltplane auf das Eßzelt gezogen und somit den Originalzustand wiederhergestellt. Steffen und Gunther funken vom Pik Uslowaja runter, daß sie den Engpaß am Grat überwunden haben und morgen auch ins Basislager absteigen.


Teil 2
Mittelasien-Seite 
Teil 4

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